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Das Ende einer Ära – Michael Ballacks Rücktritt von der Nationalelf.

Der stolze Kapitän - Michael Ballack spielt aber nicht mehr für die Nationalelf.

Vom Anfang seiner Karriere hat Michael Ballack sich im Kern der interessantesten Fußball-Geschichte gefunden. Als 20-Jährige war er Mitglied der Kaiserslautern Mannschaft, die Deutscher Meister als Aufsteiger geworden war, und drei Jahre später hat er die Meisterschaft mit einem Eigentor von seinem neuen Klub Bayer 04 Leverkusen genommen. 2002 entwickelte er sich zum Schlüsselspieler in der Nationalmannschaft, und hat ein schmerzliches Pech erlebt, als er das WM-Finale verpassen musste; in diesen ersten fünf Jahre seiner internationalen Karriere war Michael Ballack das junge Hoffnungslicht in einer merklich unbeeindruckenden DFB-Elf. Es passt also ganz gut zu seiner Geschichte, dass das Ende der Karriere des so genannten “Capitano” mit Kontroverse und Rummel passieren sollte.

In einer rücksichtslosen Presse-Erklärung wurde es am letzten Donnerstag bestätigt, was alle schon geahnt hatten: Jogi Löw plant nicht mehr mit Ballack. Der ehemalige Kapitän und Symbol des letzten Jahrzehnts wird keine Rolle mehr bei der DFB-Elf spielen. Ballack, ein Kämpfer bis zum letzten Moment, hat den Ball stark zurück geschlagen, und sagte: Löw lügt. Laut Ballack spiegelten die am Donnerstag herausgebrachten Nachrichten über seine Zukunft die andere Diskussionen, die er mit Löw zuvor gehabt hatte in keinster Weise wider. Zudem hat er den Angebot des DFB als Farce bezeichnet, ihm zwei weitere Spiele zu geben, um somit die Zahl von 100 Länderspiele zu erreichen. Dass Ballack solch eine Chance so abgewiesen hat, verstehen viele als ein Indiz seiner Lust auf Erfolg und Respekt. Es ist aber viel einfacher es als der egoistische Koller eines Superstars zu erklären. Ballacks kindische Ablehnung der respektvollen Entscheidung von Löw und dem DFB kann nur bestätigen, was Rudi Völler vorgeschlagen hat: in diesem Skandal gibt es nur Verlierer.

Tatsächlich hätte man so ein Ausgang der Karriere Ballacks schon im Jahr 2006 voraussagen können. Als junger Spieler war er unzweifelhaft ein Hoffnungsträger. Mit seinen technischen Fähigkeiten und Qualität als Spielführer war Ballack repräsentativ einer kommenden neuen Generation von jungen deutschen Fußballspielern. Als diese Generation endlich aufgekommen ist, war Ballack eine nützliche Verbindung zwischen den alten und neuen Ären, und er nahm damit die Rolle vom Kapitän – und den Spitzname “Capitano” – an. Sein Einfluss auf diese neue Gruppe von Spielern wie Lukas Podolski, Bastian Schweinsteiger und Mario Gomez war aber nie mehr als ein Einfluss. Zu der Klinsi und Jogi-Revolution von 2006 gehörte Michael Ballack nie wirklich. Seine Karriere wurde immer von den jungen aufkommenden Spielern gefährdet, und wenn Löw es letzte Woche endgültig bestätigt hat, dass sein Kapitän keine Rolle mehr in seinem jungen Kader hat, war es gar keine Überraschung, entgegen der Reaktion von Ballack.

Der ewige Vizemeister - Die 2002 Champions League Finale hat Ballack mit Bayer 04 verloren.

Seine Verletzung im englischen Pokalfinale 2010 war für Ballack auf jeden Fall der Beginn des Endes. Seine schon gefährdete Position im Kader wurde von neuen Mittelfeldspielern wie Sami Khedira noch unsicherer gemacht, und der Erfolg der Nationalelf hat allen gezeigt, dass Ballack nicht mehr unentbehrlich war. Durch die Wiederaufbauperiode der letzten zehn Jahren war seine Führung ein notwendiger Aspekt der Nationalmannschaft, aber in der neuen Generation hatte Ballack keinen Platz mehr. Als zweimaliger Vizeeuropameister mit Bayer 04, FC Chelsea und Deutschland, und Vizeweltmeister auch mit der Nationalelf, repräsentiert Michael Ballack die Epoche der Zweiten. Die deutsche Fußballwelt hat sich während des letzten Jahrzehnts wirklich neu erfunden, und Ballack war eine wichtige Figur dabei. Nun aber hat die Ära des Erfolgs begonnen; in den kommenden Jahren erwartet Deutschland internationale Titel, und zu dieser Generation gehören Mesut Özil, Bastian Schweinsteiger, Mario Gomez und Mario Götze – Michael Ballack aber nicht. Außerdem ist das seit langem zu sehen: der Capitano ist vielleicht fünf Jahre zu früh geboren, und das ist schade. Noch bedauerliche ist jedoch seine Reaktion zum Ende. Die DFB Entscheidung war deutlich unvermeidbar, und mit seiner Erfahrung hätte Ballack das besser akzeptiert sollen.

Zu früh ist er jedenfalls nicht geboren. Trotz ihres schmutzigen Endes war Ballacks Karriere eindeutig fantastisch. Dass er keine große internationalen Titel holen konnte stellt seine Fähigkeit und wertvollen Einfluss unwürdig dar. Er war Schlüsselspieler, Kapitän und Superstar während einer der wichtigsten Perioden der modernen deutschen Fußballgeschichte, und das darf man nie vergessen. Für Manche ist sein egoistisches Verhalten der letzten Woche überhaupt nicht überraschend: beim FC Bayern und FC Chelsea, und auch bei der Nationalelf gefiel er nie allen, und er war immer ein umstrittener Charakter. Doch es kann nicht geleugnet werden, dass Michael Ballack ein hervorragender Fußballspieler war, der seinem Land und seinen Mannschaften viel gegeben hat. Eine Ära ist vorbei; der ewige Zweite wird nicht mehr für sein Land Fußball spielen. Es ist Schade, aber es ist dennoch passend, dass das Ende seiner Karriere so unschön war.

 

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Der Titelmangel der Bundesliga.

Der FCB war in 2001 Europameister. Seit diesem Erfolg gibt es aber nichts für die Bundesliga.

Es war der 28. Mai und Borussia Dortmund war Europameister. Damit erlebte die Mannschaft von Ottmar Hitzfeld den grössten Tag der Geschichte des BVB, und der deutsche Fußball gewann seinen zweiten europäischen Titel in einer Woche; sieben Tage zuvor hatte Schalke 04 in Mailand den UEFA Pokal gewonnen, und der Begriff „Eurofighter“ wurde geboren. Zwei Pokale, zwei Mannschaften und alles ohne FC Bayern. Die deutschen Vereine waren in diesem Moment an der Spitze des Weltfußballs, und die Zukunft sah schön aus. Eine schöne Zukunft war es, denn die Bundesliga brauchte nur noch vier Jahre, um einen weiteren Europapokal zu gewinnen. Dieses Mal musste es allerdings der FC Bayern sein. Aber in 2001, als der fliegende Olli Kahn und der ehemalige Dortmund Trainer Hitzfeld den Europapokal für den Rekordmeister geholt haben, war ganz Deutschland nochmal Gewinner. Drei europäischen Titel in vier Jahren, und alles trotz der wachsenden finanziellen Macht der spanischen und englischen Vereine.

Nachdem der FC Bayern dieses „Endspiel des Elfmeters“ gegen Valencia CF gewonnen hat, hat sich jedoch alles verändert. Seit 2001 sieht die Vitrine der Bundesliga immer leerer aus, es gibt seitdem keine europäische Trophäe mehr. Warum? Wie könnte ein fußballbesessenes Land wie Deutschland zehn Jahren ohne einen europäischen Titel hinbringen? Haben die Deutschen ihre berühmte Siegermentalität verloren? Oder ist dies ein fester verwurzeltes Problem? Warum können die deutschen Mannschaften nichts gewinnen, und wie lange wird es brauchen, um ihren nächsten europäischen Erfolg zu holen?

Die Deutschen waren immer für ihre leistungsfähigen Mannschaften bekannt. Sei es ein Verein oder sei es die Nationalelf, die alte englische Maxime behielt immer Recht: „You can never write off the Germans“ („die Deutschen kann man nie verdrängen“). In 1954, 1974 und auch wohl 1990 war die Nationalmannschaft nie Favorit, die WM zu gewinnen, aber sie hat es geschafft. Die bereits erwähnten Erfolge des BVB und des Schalke 04 waren auch ein bisschen überraschend, und sogar den legendären FC Bayern vom „Kaiser“ und dem „Bomber“ wurde wegen seiner Effizienz gefürchtet. Effizienz und ein unglaubliches Siegeswille sind immer die typischen Eigenschaften der deutschen Mannschaften gewesen. In den letzten zehn Jahren ist es aber in Europa nicht so gut gelaufen. Nur die Bayern können wirklich behaupten, dass sie realistische Gelegenheiten gehabt haben, die Champions League zu gewinnen. Und es gibt wenige Vereine – vielleicht nur de nHSV und den FCB – die eine gute Chance im UEFA Pokal gehabt haben.

Dieses Problem stammt aber nicht einfach aus einem Selbstvertrauensverlust. Die deutschen Vereine überraschen Europa immer noch. Letztes Jahr, als die Bayern ins Endspiel der Champions League gekommen sind, hätte nur ein sehr optimistischer FCB Fan es vor der Saison vorausgesagt . Im Viertelfinale gegen Manchester United haben sie hart gekämpft, und mit ein bisschen Glück und einem „wunderbaren Tor“ von Arjen Robben- so der Fernsehkommentator – haben sie den englischen Meister geschlagen. Es ist auch ähnlich beim HSV gelaufen. Im gleichen Jahr hat Hamburg unerwartet das Halbfinale des UEFA Pokals (Europa Leagues) erreicht. Die Siegermentalität steht also noch. Man kann nur wirklich ein konreten Beispiel dagegen finden: im Rückspiel des Halbfinales vom UEFA Pokal 2008, verlor der FC Bayern gegen Zenit St Petersburg mit vier zu null. -eine Katastrophe. Damit ist eindeutig die beste Chance eines europäischen Titels für Deutschland vergangen. Anschuldigungen wegen Spielmanipulationen wurden nie bewiesen, und das Spiel wurde schnell vergessen. Ansonsten zeigen der HSV und der FCB, dass die deutschen Mannschaften in Europa sehr selten enttäuscht haben. Sie sind tatsächlich nur zu schwach, um die großen englischen, spanischen und italienischen Vereinen zu übertreffen.

Dieses Problem braucht keine Erklärung. Beim Fußball heute geht es um Geld, das weiss jeder. Die bewundernswerten finanziellen Gesetze, an den die Bundesliga Vereine sich halten müssen, bedeuten, dass es fast keine Chance auf Erfolg gibt, wenn man gegen den freien Markt des allgemeinen europäischen Fußballs kämpfen muss. Besonders die englischen Klubs haben in den letzten zehn Jahren gefunden, dass eine annähend komplette finanzielle Freiheit Pokale und Titel bringt. Die grossen spanischen Vereine waren immer reich; durch das Geld von Rupert Murdoch und Sky TV ist die Premier League immer reicher geworden, und in Mailand hat die großzügige Finanzierung von Herrn Berlusconi dem AC Mailand die Chance gegeben, an der Spitze Europas zu bleiben. In Deutschland kann jedoch solch eine finanzielle Manipulation nicht passieren. Durch ihre finanziellen Regeln ist die Bundesliga die gleichgestellteste und wettbewerbsorientierteste Liga Europas. Sie hat auch eine Höhe von Schulden behalten, die unglaublich niedrig ist: die Bundesliga hat Schulden von nur knapp 0,6 Mrd Euro; im Vergleich zur Premier League (3,9Mrd), der Primera Liga (3,5Mrd) und Serie A (1,8Mrd) ist das eine beneidenswerte Zahl. Angesichts dieser Zahlen ist es bewundernswert, dass die deutschen Mannschaften noch in der Champions League spielen können, ganz zu schweigen von Trophäen zu gewinnen.

Die ökonomische Kluft zwischen den deutschen und den anderen europäischen Klubs ist riesengroß. In solch einer Situation kann man nie erwarten, dass ein deutscher Verein Europameister wird oder den UEFA Pokal gewinnt; natürlich ist der FC Bayern kein armer Verein aber auch in seinem Fall muss man es bewundern, dass er letztes Jahr der Vizemeister Europas war. Kann man diese Situation wirklich verändern? Wird es nun immer so laufen, dass die Deutschen kaum eine richtige Chance in Europa haben, und dass Geld der beste Fußballspieler der Welt ist?

Günter Netzer glaubt nicht. In einem Interview in „kicker“ hat er behauptet, dass die neue „Financial Fair Play“ Initative von UEFA die ganze finanzielle Lage des europäischen Fußballs verändern werde. Zudem sagt er voraus, dass die Bundesliga in den nächsten vier Jahren einen europäischen Titel holen werde. Vielleicht hat er Recht. Die verschuldeten Vereinen aus England und Spanien können nicht viel weiter gehen, ohne ein Paar Kompromisse einzugehen – je länger sie ihre finanzielle Einstellung nicht verändern, desto schlechter werden die finalen Auswirkungen davon sein. Die anderen Vereine hören es oft – und vielleicht haben sie davon die Nase voll – aber die deutsche Denkweise funktioniert. Sie führt zu wenig Schulden und mit neuen Regeln und einem faireren ökonomischen Umfeld könnte es auch Erfolg bringen. In einer Champions League, in der es nicht nur ums Geld ginge, könnten die deutschen Vereine auch vielleicht nochmal was gewinnen, und ihre dauerhafte Titeldürre schließlich beenden.

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Nuri Sahins Wechsel zu Madrid.

Sahin geht in Richtung Madrid.

 Es ist also perfekt. Nuri Sahin geht jetzt unzweifelhaft in Richtung Madrid. In einer emotionalen Pressekonferenz hat der türkische Mittelfeldspieler alles erklärt, und man bekam damit deutlich den Eindruck, dass niemand auf Sahin Groll hatte, trotz seiner schwierigen Entscheidung.

2011 ist bisher fast eindeutig ein perfektes Jahr für die Fans des BVB. Letzte Woche hat der Traditionsverein aus dem Ruhrgebiet seine siebte Meisterschaft geholt, und unter Jürgen Klopp hat Dortmund sich als eine der besten jungen aufkommenden Mannschaften der Welt aufgebaut. Die ökonomische Apokalypse, die der Klub vor fünf Jahren fast erlebt hat, scheint jetzt für die Dortmunder nur ein entfernter Alptraum zu sein, als der BVB dieses Jahr einen unglaublichen Aufschwung ergänzt hat, und Deutscher Meister geworden ist. Unaufhörlich kommen guten Nachrichten aber nie, und knapp eine Woche nachdem Dortmund die Meisterschaft endlich erreicht hatte, hat Nuri Sahin das gefürchtete Gerücht bestätigt, und sein Wechsel zu Real Madrid offiziell gemacht.

Als Zwölfjähriger hat Sahin in 2001 beim BVB angefangen, und sein Herz hat seitdem – und eigentlich auch davor – immer schwarz und gelb geschlagen. Borussia war er für ein Jahrzehnt absolut treu, und in den letzten drei Jahren ist er für die Mannschaft von Klopp immer noch wichtiger geworden. Nächstes Jahr wird er jedoch das weisse Trikot von Real Madrid tragen.

In meinem englischen Blog habe ich vor ein Paar Wochen geschrieben, dass das Risiko für Sahin zu gross wäre, um einen Wechsel zur spanischen Hauptstadt zu rechtfertigen. Diese Einstellung war zudem auch bei der deutschen Presse populär. Viele haben gesagt, dass Sahin keine grosse Rolle im Starkader der „Galacticos“ spielen könnte; sie behaupteten, obwohl Real ein deutlich grösserer Verein ist, könnte er auch bei Dortmund nächstes Jahr in der Champions League spielen, und dass er bei Madrid verrotten würde. Angesichts der Menge von Geld, die natürlich mit einem Real-Wechsel verbunden ist, scheint es diesen Zweiflern auch, dass diese Entscheidung sich nur ums Geld drehe, und dass Sahin keine klare Vorstellung von seiner Zukunft hätte. Aber niemand, der diese tränenvolle Pressekonferenz gesehen hat, hätte an solch eine Einstellung wirklich glauben können. Die Reife des Sahins hätte irgendjemanden überzeugen können, dass er zu dieser Entscheidung mit der richtigen Einstellung gekommen ist. Er hat darauf absolut bestanden, dass sein Wechsel nicht ums Geld ginge, und dass er nur an seinen langen Traum von einer „Weltkarriere“ gedacht hatte. Jeder – sei er Dortmundspieler oder sei er zynischer Journalist – hat ihm geglaubt.

Zudem kann man solch ein Traum einfach verstehen. Kaum zu glauben für die Bundesliga-Fans, die ihn seit langem, Woche für Woche, gefolgt sind und bewundert haben, dass Sahins Name im Ausland bisher relativ unbekannt ist. Seit mehreren Jahren hat FC Arsenal die Anschläge des FC Barcelona Cesc Fábregas wieder zu kaufen, gesperrt; Alle haben zugestimmt, dass es keinen gleichwertigen Ersatzspieler für Fábregas gäbe. Wenn Arsene Wenger mal aufs Ruhrgebiet geguckt hätte, hätte er einen jungen türkischen Spieler gesehen, der einfach in das Arsenal Spielsystem passen können hätte. Auch FC Barcelona, Manchester United oder Inter Mailand – wohl die drei mächtigste Mannschaften Europas während der letzten drei Jahren – wären mit Sahin im Kader noch besser gewesen. Der Dortmunder war aber bis zu dieser Saison im Ausland fast exklusiv als Youtube-Hit bekannt; sein „Bruckenschuss“ Trick auf der Autobahn ist nun berühmter in England als Roman Weidenfeller, der mit Sahin den Trick schafft. Tatsächlich ist es unglaublich, was die beiden in diesem Video schaffen, und man sollte es anschauen. Aber die wunderbare Fähigkeit von Sahin geht um mehr als ein kluges Kunststück, und das hat die Fussballwelt langsam zu realisieren begonnen. Als führender Mittelfeldspieler ist er während dieser Saison für den BVB unverzichtbar gewesen, und deswegen ist seine weltweite Anerkennung grösser geworden.

Glücklicherweise, für Dortmund und für Jürgen Klopp ist es nicht oft nötig gewesen, auf Sahin zu verzichten. Nur erst am Ende der Saison ist er verletzt worden, und deswegen hat er den Sieg gegen den 1. FC Nürnberg verpasst, mit dem die Dortmunder endlich den Titel geholt haben. Die gute Laune hätte nichts zerstören können, jedoch hat Sahins Abwesenheit die Atmosphäre deutlich gedämpft. Sein Verhalten nach dem Schlusspfiff hat es vorausgesagt, dass er damals schon gewusst hat, dass er im Sommer weggehen würde. Eine Woche später wurde es bestätigt: die englische und italienische Vereine hatten ihre Chance verpasst; es war die vortrefflich effiziente Führung des Real Madrids, die die Gelegenheit genommen hat, ein gutes Geschäft zu machen, und der beste aufkommende Mittelfeldspieler Europas für nur zehn millionen Euro zu holen. Damit muss Sahin einer der besten Schnäppchen des Jahrs sein.

Die ganz grosse Überraschung war, dass es die Dortmunder überhaupt nicht reizt, dass Sahin den Klub in solch einem jungen Alter verlässt. Normalerweise würden die Fans so einen Spieler nach so einem Wechsel total ablehnen, wie beispielsweise bei dem Wechsel von Wayne Rooney zu Manchester United. Und sicher, wird es manch einfältige BVB-Fans geben, die Sahin unvermeidlich als Teufel darstellen werden. Sie werden jedoch in einer Minderheit sein, weil Nuri Sahin diesen Wechsel mit unglaublicher Reife geschafft hat. Er hat von seiner ewigen Liebe für Dortmund gesprochen, er hat sehr ehrlich und wirklich vom Herzen gesprochen, und er hat seinen Fans und seinen Kollegen ihren verdienten Respekt gezollt. In der heutigen Welt, in der Fussballspieler und Respekt zu oft polarisiert werden, muss man das bewundern. Es gibt noch Zweifel über seine Rolle beim Real Madrid und wie sich seine Karriere entwickeln wird, aber von einer Sache kann man überzeugt sein: auch wenn er nach Madrid gewechselt hat, hat Nuri Sahin seine Ehre behalten, und deswegen kann man ihm nur Glück wunschen.

Um der „Bruckenschuss“ zu sehen, klicken Sie hier: http://www.youtube.com/watch?v=UXe3qHIXl44

 

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